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Elf Zombies müsst ihr sein

Zu Halloween wollten meine Freundin und ich einen stimmungsvollen Gruselfilm anschauen. Unschlüssig standen wir vor den Regalen unserer Videothek und überlegten, ob wir „Braindead“ oder „Dawn of the Dead“, „Dead by dawn“ oder „Dead before dawn“, „Evil Dead“ oder doch lieber „Night of the living Dead“ nehmen sollten. Bei dieser Titelvielfalt fiel die Wahl natürlich schwer und außerdem hatte ich an diesem Tag für meinen Geschmack schon mehr als genug Horror hinter mir. Allein bei dem Gedanken daran lief es mir eiskalt den Rücken hinunter. Um mich abzulenken, durchforstete ich panisch die Regale nach Splatter-Klassikern, doch auch das half nichts.

„Mehr ham wa nich, nur was da steht“, blökte das Videotheksmädchen und schmatzte weiter an ihrem rosa Bubblegum. Meine Freundin hatte es unterdessen zu den Romantic Comedies verschlagen, während ich schon ein zweites Mal die ganzen Gruselreihe durch hatte. Mir wurde klar, dass es keinen Film geben konnte, der nur annähernd so schrecklich war, wie das, was ich nachmittags im Radio gehört und später in der Sportschau gesehen hatte:
Das Spiel HSV gegen Gladbach – für jeden Rautenfan ein knallharter Schocker, der gegen Ende sogar zum Tanz der Untoten mutierte. Jerome Boateng humpelte wie ein angeschossener Zombie über das Feld – ebenso wie der Rest der Hamburger Elf. Die Jungs keuchten über den Rasen und schlurften nur noch dem Gegner hinterher. Viel lebendiger spielten die Gladbacher. Ihr Verteidiger Dante preschte von hinten heran und schleuderte seinen Schädel gegen den Ball. Er hatte leichtes Spiel, denn die Abwehr der Hanseaten war wieder einmal kopflos – zweizuzwei. Später wurde es dann richtig gruselig: Der Fohlen-Joker Rob Friend zeigte seine Fratze – nicht Batman, sondern dem HSV – und zerschoss die Träume der Hamburger von der Tabellenführung.

Mittlerweile hatte ich mich in die Erwachsenenabteilung verlaufen. Und dort irgendwo zwischen Titten und Mösen grinste mich ein Voodoo-Priester vom Cover eines Zuckerhut-Pornos an. Es war kein geringerer als José Roberto da Silva Júnior – Zé Roberto! Schon wollte ich in Ehrfurcht niederknien, da flüsterte mir eine Stimme leise und zärtlich ins Ohr: „Was machst du denn in der Pornoabteilung?“

Auf einen Schlag war ich wieder in der Realität: Meine Freundin hatte mich gerade noch rechtzeitig vor den Untoten gerettet. Sie hielt mir ihren Filmvorschlag entgegen: „It’s alive“, ein Streifen über ein eifersüchtiges Monster-Baby, das alle auffrisst – nur nicht seine Mutter.
Heute kennen wir dieses Ungeheuer als Maik Franz, Knochenzertrümmerer von Eintracht Frankfurt. Fortsetzung folgt…


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