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Erfolg ist Kopfsache

Es hätte für den HSV ein wirklich schönes Berg-Fest werden können. Erst am Donnerstag hatte Marcus Berg in der Europa League getroffen – gegen Celtic Glasgow schoss er das entscheidende Einszunull, nach feinem Zusammenspiel mit Zé Roberto. Und am vergangenen Sonntag bewies der junge Schwede endlich auch einmal wieder in der Bundesliga, dass er weiß, wo das Tor steht und war im Spitzenspiel gegen Schalke gleich zweimal erfolgreich. Beide Treffer wurden von den Tempomachern Eljero Elia und Zé Roberto unnachahmlich herausgespielt und sind Indiz für die hohe Spielkultur, die bei den Hanseaten in dieser Saison herrscht. Jeder, der die Raute im Herzen trägt, hofft, dass der Torschützenkönig der U21-EM nun den Durchbruch geschafft hat. Gleich in seiner ersten Saison bildet er den Einmann-Sturm des Titelkandidaten und soll den HSV in Liga und Europa League mit möglichst vielen Toren auf Kurs halten. Es gibt wirklich leichtere Aufgaben für einen 23-Jährigen.

Trotz ihrer stark dezimierten Angriffsreihe hätten die Hamburger fast drei Punkte aus Schalke mitgenommen und wären beinahe wieder Spitzenreiter geworden – mit zwei Punkten Abstand auf Leverkusen. Der Spieler des Tages vereitelte jedoch die Träume des HSV in allerletzter Minute: Kevin Kuranyi. Den Stürmer, der bei den Knappen umstritten ist, bekamen die Rothosen einfach nicht in den Griff. Er erzielte zwei Tore und holte ausgerechnet den Freistoß heraus, der die rote Karte für David Rozehnal bedeutete und das Zweizuzwei einbrachte. Viele betrachten den ehemaligen Nationalspieler schon seit seiner Zeit beim VFB Stuttgart als spielerisch stark limitiert – sein Kopfballspiel ist aber immer noch eines der besten in der Liga. Das zumindest bekam der HSV schmerzlich zu spüren.
Die drei Kopfballtore der Königsblauen verdeutlichten die Schwächen der Hamburger Innenverteidiger Joris Mathijsen und David Rozehnal in der Luft. Später kam zwar der kopfballstarke, aber verletzte Jerome Boateng ins Spiel. Doch auch er konnte den Ausgleichstreffer nicht verhindern. Nach einer Zweizunull- und einer Dreizuzwei-Führung zehn Minuten vor Schluss fühlte sich dieses Unentschieden für Hamburg im Grunde wie eine Niederlage an.

Glücklicherweise hat der HSV diese Woche während der DFB-Pokal-Spiele ein bisschen Pause. Böse Zungen behaupten, die abgezockten Hamburger seien in diesem Wettbewerb mit Absicht ausgeschieden, damit sie die Zeit sinnvoll nutzen können: Mit Extra-Einheiten Kopfballtraining für die Innenverteidigung. Vielleicht assistiert ja Horst Hrubesch als Experte.

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Aus Versehen gewonnen

Seit Sonntag wird in Berlin viel diskutiert über das ausbaufähige Kopfballspiel von Hertha-Ersatz-Torhüter Sascha Burchert. Zweimal war er gegen den HSV aus dem Strafraum geeilt, um mit dem Kopf die Situation zu klären. Und beide Male spielte er den Ball dem Gegner direkt vor die Füße, was unmittelbar zu den Gegentreffern zwei und drei führte. Die Presse sprach deshalb höhnisch von „Slapstick-Einlagen“ und „Klöpsen“. Das Team und der Verein hingegen stellen sich demonstrativ vor den Keeper und sprechen ihn von jeder Schuld frei. Die Berliner Hintermannschaft habe Burchert in den entscheidenden Momenten im Stich gelassen. Auch Herthas verletzte Nummer eins Jaroslav Drobny beteuert, er hätte nicht anders reagiert. Trotzdem: Ein Kopfballungeheuer wie Horst Hrubesch wird die Nummer drei bei Hertha in diesem Leben wohl nicht mehr.

Kein Torwartproblem hat momentan der HSV, trotzdem weiß er nicht so recht, was ihm in Berlin geschehen ist. Obwohl die Hamburger nach einem sehr gemächlichen Beginn und dem frühen Nullzueins die Kontrolle über das Spiel gewannen, fielen ihnen die eigenen Tore mehr zu, als dass sie die Treffer durch gelungene Spielzüge erzwungen hätten. Drei lange Bälle gegen die Hertha-Abwehr reichten, um das Spiel zu entscheiden. Sie führten zu einem Eigentor durch Kaka und eben den beiden missglückten Kopfballparaden von Burchert, die David Jarolim und der wieder glänzende Zé Roberto nutzen konnten. Im Gegensatz zu Freiburg und Hoffenheim feierten die Rothosen in der Hauptstadt aber kein Schützenfest. Das lag vor allem an den Hanseaten selbst, bei denen in der Spitze nicht viel zusammenlief: Marcus Berg ist immer noch nicht richtig im Team angekommen und Mladen Petric musste schon früh verletzt ausgewechselt werden. Zudem stemmte sich die Hertha so gut es ging gegen die Niederlage, hatte aber nach den drei Gegentoren aus der ersten Halbzeit nichts mehr entgegenzusetzen.

Dem Eigentor zum Einszueins war übrigens ein lauter Knall durch einen Feuerwerkskörper im HSV-Fanblock vorausgegangen. Und Hertha-Verteidiger Kaka war wohl so sehr erschrocken, dass er den Ball ins Tor einnickte – blöderweise in das eigene. So wurden die stimmungsvollen HSV-Anhänger noch zum sprichwörtlichen 12. Mann ihres Teams. Auch ihrer Unterstützung ist es zu verdanken, dass dem Verein nach zwölf langen Jahren endlich einmal wieder ein Auswärtssieg in Berlin gelingen konnte.


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