Wenn Joghurt Quark ist

Irgendetwas stimmte nicht mit dem Joghurt, den ich letzte Woche zum Frühstück löffelte. Der Geschmack war ok, Naturjoghurt eben, schmeckt ja nach nicht viel. Und ich bin nicht gerade ein Milchprodukt-Spezialist: Mit verbundenen Augen könnte ich vielleicht gerade mal Erdbeere von Banane unterscheiden, aber wenn es darum ginge, die Marke zu bestimmen, würde ich kläglich versagen. Von mir aus könnte Naturjoghurt auch in guter Sozialismus-Manier von einem Staatsbetrieb hergestellt werden, mit Guido Westerwelle als Schichtleiter. Naturjoghurt ist Naturjoghurt – da mache ich keinen Unterschied. Mir ist auch gleich, ob sich die Milchsäurebakterien nach links oder rechts drehen – Hauptsache sie haben Lust an Bewegung, da will ich ihnen die Richtung gar nicht erst vorschreiben.

Trotzdem: An diesem Erzeugnis war etwas anders. Ich weiß nicht mehr genau, was mich stutzen ließ. Aber plötzlich meldete sich ein Bauchgrummeln und eine innere Stimme sagte: „Iss das nicht!“ Ich fischte den abgerissenen Deckel aus dem Plastikmüll und vergewisserte mich, dass das Produkt noch genau eine Woche haltbar war. Glück gehabt. Als nächstes drehte ich den Papp-Becher in meiner Hand, um mich über die Inhaltstoffe zu informieren. Auf dem Etikett stand übrigens auch die Hotline Nummer des Herstellers. Vielleicht sollte ich mit einer netten Service-Mitarbeiterin telefonieren und dabei ein gratis Milchpaket der Firma herausschlagen mit dem Argument, „Also ihr Joghurt, der schmeckt heute irgendwie komisch.“

Da fiel mir der kleine, rot umrandete Kreis auf, der sich deutlich von dem blauen Becher abhob. Zuerst dachte ich, es sei ein Warnzeichen wie „giftig“ oder „gefährlich“. Und tatsächlich handelte es sich hier um ein ziemlich ätzendes Emblem: das Wappen des FC Bayern München, direkt neben dem Logo des Milchherstellers; der ist nämlich „offizieller Ernährungspartner“ des Vereins.

Ich stellte mir Louis van Gaal vor, der seine Holländernase in den Joghurt steckt und dabei grummelt: „Ich bin nicht zufrieden mit dem Spiel gegen den HSV.“ Darüber musste ich schmunzeln. Dennoch – mir war die Lust auf Joghurt erstmal vergangen. Beim nächsten Einkauf werde ich garantiert genauer hinschauen, damit ich nicht wieder so einen Quark kaufe.

3 Responses to “Wenn Joghurt Quark ist”


  1. 1 Marcel Februar 28, 2010 um 6:25 pm

    Sei froh, dass es kein Leverkusenquark war – da hättest Dir eine Salmonellenvergiftung geholt und danach von Bayer die Pillen dagegen schlücken müssen!

  2. 2 ligi Februar 28, 2010 um 9:15 pm

    für den hsv war das spiel dann aber leider auch nur quark…

  3. 3 kunthstücke Februar 28, 2010 um 9:52 pm

    Ja, das Spiel war Magerquark und das Tor von Ribéry eine bittere Pille.


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